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Willy DeVille 1988
Willy DeVille 1988


25 Jahre Albani - ein Stück Musikgeschichte

Am 14. August 1988 trug der Auftritt von Willy DeVille den Namen des neu eröffneten Albani Music Clubs in die ganze Schweiz sowie ins angrenzende Ausland hinaus. Der Name Albani wurde zum Gütesiegel in der Schweizer Clubszene und ist heute noch einer der bekanntesten Clubs der Schweiz. Jährlich werden im Albani an die 150 Konzerte und Parties verschiedenster Stilrichtungen durchgeführt. Neben der Schweizer Musikszene wird auch die internationale gepflegt. Pro Jahr erfreuen sich über 25'000 Zuschauerinnen und Zuschauer an einer gelungenen Mischung aus Pop-, Soul-, Blues-, Rock-, Folk-, Latin-, Hip-Hop- und Punk-Bands.

Wodurch zeichnet sich ein hervorragender Musikclub eigentlich aus? Die Grösse kann es auf keinen Fall sein, denn viel Platz ist so ziemlich das einzige, was das Albani nicht bieten kann. Weil der Club lediglich 250 Personen fasst, ist das Konzerterlebnis besonders intensiv. Die Tuchfühlung zwischen MusikerInnen und Fans ist vorprogrammiert und die gute Stimmung verbreitet sich rasch bis in den hintersten Winkel. Auch die «Bretter, die die Welt bedeuten» sind hier in der Tat nicht besonders geräumig. Doch hat sich die Albani-Bühne durch die exzellenten Bands, die sich auf ihr präsentierten, einen internationalen Namen geschaffen. Viele kleine und grosse Karrieren haben auf dieser Bühne in den vergangenen zwölf Jahren ihren Anfang genommen: Dieter Thomas Kuhn, Züri West, Michael von der Heide, Vaya Con Dios, Pearl Jam, Sheryl Crow, Keziah Jones, Geoffrey Oryema, Joan Osborne und The Tea Party zum Beispiel gaben hier ihre letzten Konzerte vor dem grossen Durchbruch. Stars wie Heroes del Silencio, Roachford oder Bernard Allison wurden im Albani einem begeisterten Publikum vorgestellt.

Die viel zitierte Enge ist mittlerweile schon «Kult» und Basis für viele aussergewöhnliche Anekdoten, die eben nur hier in dieser Weise passieren können. Dass ein Keyboarder aus Platzmangel in die Küche gesetzt werden muss oder ein Bassverstärker den Zugang zum WC blockiert, ist im Albani fast schon Alltag. Besonders hilfreich gaben sich Fury in the Slaughterhouse: Als ihnen nach den ersten drei Stücken klar wurde, dass von der rechten Seite des Clubs kein Durchkommen zur Theke an der linken Seite war, unterbrachen sie kurz entschlossen den Gig, um selbst bei der Bierversorgung des Publikums zu helfen. Pearl Jam spielten nach einem erstaunten Blick auf die Bühne mit Begeisterung akustisch, die elf-köpfige Gruppe Irakere verfrachtete gleich einen Teil der Musiker auf die Galerie. Fish, der charismatische Schotte, machte aus der Not eine Tugend und verlegte, völlig verschwitzt, seine «After-Show-Party» kurz entschlossen in den Judd-Brunnen vor dem Albani-Haupteingang. Recht nasse Autogramme waren die Folge.

Doch nicht nur grosse Namen machen bis heute Halt im Albani, auch die lokale und nationale Szene wird gefördert. So wird einmal pro Monat ein „Heimspiel" veranstaltet wo jeweils zwei junge Bands aus der Region die Möglichkeit erhalten ihr Können zum Besten zu geben. Zudem werden ab und zu wieder Bandcontests veranstaltet, die jungen Bands ermöglichen an Studioproduktionen und grössere Konzertauftritte zu gelangen.

Nebst den Live-Konzerten wartet der Club auch mit einem vielfältigen Partyprogramm auf, das von Hip-Hop und House bis hin zu Rockabilly reicht. Hohe musikalische Qualität ist auch hierbei oberstes Gebot.